GRAB = BLICKSPIEGEL

Rolle 9 rückwärts gestern. Das heißt, dass ich das Durchzeichnen der übereinander liegenden Linienmuster, beim Zusammenrollen vom Ende her zum Anfang hin, vornahm. Das ließ drei Variationen der Kulissenfaltungen mit den entsprechenden Durchblicken auf die darunter liegenden Schichten entstehen. Die unterschiedlichen Überlagerungen greifen wie musikalische Themen ineinander. Durch die Senkrechten und Schrägen, der sich hintereinander staffelnden Architektur, entstehen neue Räume. Das geschieht auch häufig innerhalb der Werktagscollagen.

Bei den Buchmalereien kommt es nun häufig zu knotenartigen Verschlingungen, die von den Gravitationsschwüngen der ersten der drei Malereien begründet sind. Während der Suche nach Motiven für die weitere Reliefbemalung sah ich auch Stahlkonstruktionen des Palastes der Republik, die 2007 verknotete Gesträuchstrukturen auf der Transparentrolle von damals bildeten.

Am Morgen hatte ich eine „Indigostunde“. Das bedeutet, dass ich versuchte meine Inneren Bilder, um schlafen zu können, mit dunklem Indigo flutete. Dabei kamen mir aber Worte eines Zettels in den Sinn, den ich vor ein paar Tagen in einem Tagebuch von 1997 fand. Ich stellte sie mir mit Großbuchstaben auf Rolle 9 gedruckt vor: DER BLICK IN DAS GRAB IST DER BLICK IN DEN SPIEGEL | GRAB = BLICKSPIEGEL | MEIN GRAB HINTER MEINEN AUGEN; usw.

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