Komprimierte Schale

Was interessiert mich an den alten Buchmalereien? Ende 2006 bestehen sie in der Hauptsache aus Figuren innerhalb abstrakter Linienstrukturen. Gut verfolgen lässt sich ihre Weiterbearbeitung auf der, damals aktuellen, Transparentpapierrolle. In den Umrisszeichnungen, die darauf entstanden sind, erscheint alles reduzierter und gleichzeitig in dichteren Kompositionen. Das ist spannender als das Ausgangsmaterial und eignet sich am ehesten für die Bemalung des nächsten Reliefs.

Ich habe das Gefühl, dass ich meine äußere Schale komprimiert. Ermahnungen, sich vorsichtig zu verhalten, um sich nicht mit dem pandemischen Virus anzustecken, treffen als äußerer Druck auf den inneren, der im sich sich Wehren besteht. Ich halte mit meiner Produktion dagegen. Die kommt von einem kreativen Innendruck. Die dadurch zusammengepresste Schale schränkt meine Beweglichkeit ein. Ich sitze und zeichne.

Der Rückzug verbindet sich mit fehlender Planbarkeit von Reisen, Projekten und Begegnungen. So lebe ich von einem Tag auf den anderen. Das versuche ich als Entlastung zu sehen, versuche die Konzentration beizubehalten.

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