Gleichgewicht der Ebenen

Gestern, am Sonntag, zeichnete ich weiter an den „Gebirgen“ der Buchmalereisequenz auf Rolle 8. Ich meine, dass ich nun mit den Verdichtungen fertig bin und bereite den nächsten Schritt vor. Mit dieser Schicht aus Schellack kommt es, durch das Anlösen der Tuschestruktur, zur Erosion der „Landschaft“. Irgendwann ist beim Fortfahren das Gleichgewicht der Ebene vorhanden. Durch die Gravitation sind Senken und Anhöhen verschwunden. Die Einfärbung der Transparentpapierfläche hätte somit einen gleichmäßigen Farbton.

Während einer Essenseinladung sprachen wir gestern Abend über ein Projekt mit Liedern von John Cage, die sich durch ein Zufallsprinzip verschieden überlagern. Mich interessiert das wegen der Verwandtschaft zu meinen zeichnerischen Überlagerungen. Die aber folgen gleichmäßigen Rhythmen, wodurch überraschende Lücken oder plötzlich verdichtete Höhepunkte nicht entstehen. Alles folgt dem gleichmäßigen Fluss meiner eigenen Handschrift auf der Transparentpapierrolle, die sich langsam füllt und immer weiter zusammengerollt wird.

Das Relief, das ich in der vergangenen Woche ausgeformt habe, kann ich vielleicht noch heute aus der Form lösen und dann gleich grundieren. Womit ich die Malerei nun inhaltlich angehe, habe ich noch nicht gewichtet, bin mir nicht klar, ob ich die tibetischen Motive weiter mit einbringen soll, oder nun wieder ganz auf meine eigenen Buchmalereien und Tanzzeichnungen setzen soll.

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