Aufbrechen

Der Höllenlärm am Atelier hat etwas nachgelassen. Beteiligt sind nicht mehr 5 Bagger, ein Überkopfkipper und die große Steinmühle, sondern nur noch insgesamt 3 Maschinen. Deswegen ist es hier nun wieder möglich, eher einen klaren Gedanken zu fassen.

Aus der Knochenpflasterfläche hinter meiner Wiese, wächst seit etwa 3 Jahren eine Pappel. Sie ist mittlerweile etwa 3 Meter hoch und wird von einem Fuß gehalten, der lediglich die Stärke der Fugen zwischen den Steinen haben kann. Auf dieser unsicheren Basis muss er den Stürmen trotzen die aus Westen heranrollen, bis seine Kraft durch das Wurzelwerk so angewachsen ist, dass er die Pflasterschicht sprengen und in die Breite wachsen kann. Um ihn dabei zu unterstützen, setzte ich mich gestern Abend auf einen Gartenhocker, nahm meinen Fäustel und einen großen Meißel, um einen der ihn bedrängenden Steine, heraus zu brechen. Nach einer Stunde hatte ich den Grund der Betonschicht erreicht und damit die Erde. Stück für Stück werde ich die Fläche nun aufbrechen, um dem Baum das Wachstum zu erleichtern.

Wenn ich mir die Muster meines Nomadenteppichs in meinem Zimmer anschaue, den ich mir im vergangenen Jahr in Ladakh gekauft habe, dann entdecke ich subtile Unregelmäßigkeiten, hinter denen ein Code oder eine Formel zu stecken scheint. Erst mal kann ich nur zählen und vergleichen, um die geheimnisvollen Beziehungen aufzuspüren. Ersichtlich wird zunächst, dass er zumindest von zwei Personen gewebt worden sein muss.

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