Formen in den Räumen

Am Morgen wässerte ich, gleich nach dem Frühstück, den alten Ahornbaum, der den Blick durch die Fenster auf der Alleeseite dominiert. Manche seiner Blätter bekommen, trotz meiner Pflege, schon braune Spitzen. Dieser fehlende Regen macht mich nervös. Nach dem Supermarkteinkauf langte ich im lärmumtosten Atelier an. Abriss, Zerkleinerung der Betonbrocken, Sortierung in Stein, Metall und Holz, Gleisbau auf dem Bahndamm und Grundrauschen von der Autobahn.

Ich grundierte gestern die Reliefs und versuche nun die Konzentration zu finden, um erneut in die Malerei einzusteigen. In den Buchmalereien suche ich nach neuem Material. Kulissen, Figuren, ein Fisch, Schwünge, Dreiecksgitter und Farbwolken. Es geht nur langsam voran. Ich sollte mal pausieren und zu den Objekten wechseln, zu Rolle 8 oder gar zur Holzbildhauerei im Zusammenhang mit geschweißten Gitterkonstruktionen … Oder einfach Pause machen, weg von der Priorität der Produktion.

Die Mauersegler sind abgereist. Der letzte Teil des Sommers beginnt. Die Flugkurven kreisen noch nach, sind noch wahrzunehmen, wenn ich mich anstrenge. Formen, die in den Räumen bleiben, obwohl sie schon fort sind. Ich biege die Weiden den Flugschwüngen nach, baue ein wenig Sommer in die Objekte des Herbstes ein.

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