Wendefigur

Das Architekturmuseum hat einen Wettbewerb ausgeschrieben, in dem es um Ideen der Architektur- und Stadtbegrünung geht. Ich überlege nun, ob ich mit meinem Gärtchen daran teilnehme. Dabei geht es mir in erster Linie um einen Anlass, mich mit seiner Geschichte zu beschäftigen, die Stationen, die zufällig auf Bildern festgehalten sind, zusammen zu tragen und einen Text darüber zu verfassen. Mich interessiert, wie sich das Grün parallel zu meiner Arbeit entwickelt hat, bis es Teil von ihr geworden ist.

Wenn ich auf einem Stuhl gegenüber sitze, sehe ich das Konglomerat aus Totholz, Bruchsteinen, wild gewachsenen Gräsern und Blumen, Lochsteinen und Bäumen, als ein entstehendes Bild. Mit den Weidenbiegungen, Muschelketten und Materialschichtungen, griff ich dann in das natürliche Wachstum ein, fing an zu gestalten. Die Tiere, die sich eingefunden haben, die klimatisierende Wirkung und die Nachbarschaftsgespräche dort, gehören dazu.

Noch einmal erinnerte ich mich heute an die Wendefigur, mit der ich eine Animation zu der Oper „Die Ehen zwischen den Zonen 3, 4 und 5“ in Heidelberg gemacht habe. Doris Lessing saß auf der Wäschetruhe in meinem Malsaal und gab Interviews zu ihrem Libretto. Philipp Glass spielte ein Klavierkonzert. Ich saß neben ihm in der Proszeniumsloge und zeichnete eine lange Reihe von musikalischen Blättern. Vielleicht wäre diese Figur, die den Grenzübergang Bornholmer Straße, im November 1989, als eine der ersten übertrat, in Verbindung mit den musikalischen Blättern ein weiterer Arbeitsschritt im Väterprojekt.

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