Figuratives | Gesträuch | Wiese

In den Buchmalereien nimmt das Figurative zu. Köpfe und Gliedmaßen wachsen aus den konstruktiven Strukturen und Gravitationsschwüngen. Ziel ist es, diesen Schritt auf die Reliefs zu übertragen. Heute ist das 144. Tagebuch voll geworden. Morgen nehme ich ein neues aus dem Karton. Dann geht es weiter.

Die Federzeichnungen, die die Splitter des Reliefs noch einmal in unregelmäßige Flächen unterteilen, verändern sich. Sie bekommen einen wuchernden Charakter, als würde sich ein Gesträuch verdichten. Ähnliches passiert auf den Transparentpapierrollen. Dort sind es aber Überlagerungen mit den vorangegangenen Motiven, die beim Zusammenrollen durchscheinen und additiv durchgezeichnet werden.

Wenn die Schafgarbe abgeblüht ist, bildet sie am oberen Ende korbartige Gefäße, wie Nester. In ihnen fotografierte ich rote Blattwanzen, die an ihren Unterseiten schwarze Punkte und an den oberen Flügelabdeckungen rote Längsstreifen haben. Still und senkrecht saß eine Hummel unter einer Distelblüte, um sich vor dem Regen zu schützen. Die Wiese ist ein Trockenbiotop. Jede Feuchtigkeit sickert unter die Schotterschicht. Nur vom Moos wird sie etwas gehalten. Weil trotzdem eine große Menge von Blühpflanzen wächst, hat in diesem Jahr die Insektenaktivität stark zugenommen. Ich könnte eine Sammlung von Tierfotografien aus dem Gärtchen und von der Wiese zusammenstellen.

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