Zöglingsportraits aus dem Jugendwerkhof Gerode

Das heutige Datum ist in mein Hirn geprägt. Die eckigen Collagenstrukturen der letzten Sequenz auf Rolle 8, füllte ich in den Umriss der Figur der vorangegangenen Trio-Tanz-Überlagerung. Das Ergebnis lässt sich auf die Ereignisse des 17 Juni 1953 beziehen. Dazu fallen mir die Zöglingsportraits aus dem Jugendwerkhof Gerode, in dem ich gewohnt habe, ein. Ernste Kindergesichter, die durch das stalinistische Brauchbarkeitsraster gefallen waren. Die Eltern tot oder im Gefängnis, im Westen oder in Haushalten, denen es der Staat nicht zutraute, eine Erziehung im Sinne des Sozialismus zu gewährleisten. Manche von ihnen würde man heute in Förderschulen schicken. Drei dieser Portraits hängen in meinem Zimmer in der Frankenallee und einige habe ich heute aus einem Grafikschrank hervorgekramt.

Sie entstanden während der Vorbereitungsphase des Väterprojektes 2015. Es wäre also folgerichtig, sie noch einmal, in die fortlaufenden Zeichnungen auf Rolle 8, einzubringen. Zöglingsportraits mit Buchmalereien und die 4 ausgewählten Tanzzeichnungen, sind das Ausgangsmaterial für weitere Überlagerungssequenzen.

Aus Filzpappe und Wasser habe ich das Pappmache angerührt, aus dem ich die nächsten Reliefs gießen will. Innerhalb einiger neuer kleinerer Reliefobjekte, von der Größe einzelner Scherben, möchte ich die Bemalungsmöglichkeiten weiter entwickeln. Ein zähes Vorankommen.

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