Und doch zieht es mich immer wieder hinaus, das Grausige zu schauen.

Auf der Reliefmalerei stellte sich mit der Tanzfigur von 2003, eine weitere ein. Nach einigem Probieren hat sich nun also eine Methode entwickelt, das Tanzthema mit dem großen Doppelportrait der Väter zu verbinden. Mit diesem Schritt, nimmt die Arbeit nun Fahrt auf. Mit leichterem Gang, kann der Kopf nun wieder gehoben werden und viel Neues erscheint im Blickfeld.

Die gestrigen zeichnerischen Vorgänge erinnern mich an meine Malerei in den Neunzigerjahren, als ich viel im Ballettsaal gezeichnet und mit dem des Tanzensemble des Heidelberger Theaters zusammengearbeitet habe. Diese Auseinandersetzung mit Bewegung, hat mir viel Material in die Hand gegeben, aus dessen Fundus, seien es die Zeichnungen, Erinnerungen und bildnerische Herangehensweisen, ich nun schöpfen kann. Indem mir das bewusst wird, blättere ich nun in den alten Zeichnungen, verbinde sie mit den Wandmalereien in Alchi oder Tabo und fahre auf den Reliefs mit Tusche und Schellack fort.

Kammermusik von Schostakowitsch begleitet die Abrissarbeiten in der Nachbarschaft. Noch sind die schönen Ornamente der Geländer an den großen Fenstern aus den optimistischen Sechzigerjahren zwischen dem steigenden Schutt sichtbar. Brutal springt der Greifer in die Fensterhöhlungen und auf der Folie dahinter erscheint das angstvolle Portrait des Komponisten aus den Dreißigern, dessen Musik mein Atelier anfüllt. Staub legt sich auf meine Atemwege. Ich schließe alle Tore meines Raumes und doch zieht es mich immer wieder hinaus, das Grausige zu schauen.

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