Unruhige Komposition

Während der Buchmalereien am Morgen dachte ich an Jasper Jones, an seine farbigen Linienmuster, mit denen er sich lange beschäftigte. Innerhalb der Gravitationsschwünge, auf den daraus entstehenden Flächen, fertigte ich ähnliche Linienansammlungen an. Relevant wurde dieses Vorgehen für mich aber erst, als ich im zweiten und dritten Format des Tages, die Flächen und ihre Muster langsam auflöste.

Ich zeigte gestern meine neue Reliefmalerei B., um mir die Unsicherheit, die sich mit ihnen verbindet, zu nehmen. Das 11. Relief, mit dem ich die Tuschmalerei begann steht nun auf dem Mahagonigrafikschrank, meinem Gesellenstück, im scharfen Seitenlicht. Ich kann es mit dem vergleichen, das ich für das erste große Väter-Doppel-Portrait bemalt habe. Aus der Ferne vermischen sich Gegenständlichkeiten, gezeichnete Muster und Scherbenstrukturen zu einer unruhigen Komposition. Erst aus der Nähe können die Einzelheiten erkannt werden. Gestern Abend sah ich mit noch einmal die Wandmalereien von Alchi an, deren Detailfreude mich anspornt.

Im Gärtchen blühen die schönen weißen Dolden der Ebereschen und ziehen die Insekten an. Später, dann wenn die roten Beeren wachsen, kommen die Meisen, die Amseln und manchmal auch ein Eichelhäher. Am Wochenende habe ich die Pflanzenregale rausgestellt, die ich mit ein paar Sukkulenten füllen will. Alles andere, was rundherum wächst wird vom Ostwind weiter ausgetrocknet. Ich wässere meine Pflanzen regelmäßig, auch die der Nachbarn, die nicht da sind. Wenn ich meine Totholzstapel rücke, kommen mir viele kleine Lebewesen unter die Finger, die sich da wohl fühlen, aber auch von den Mauereidechsen gejagt werden.

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